3. Gebirgsdivision

Aufstellung:
01. 04.1938 in Graz aus 5. und 7. österreichischen Division

Gliederung:
Gebirgs-Jägerregiment 138
Gebirgs-Jägerregiment 139
Gebirgs-Artillerieregiment 112
Gebirgs-Panzerjägerabteilung 48, 95
Gebirgs-Pionierbataillon 83
Aufklärungsabteilung 112
Divisionseinheiten 68

Kommandeure
Generalmajor Dietl ( 01.09.1939 - Juni 1940)
Generalmajor Ringel (14.06.1940 - 23.10.1940)
Generalmajor Kreysing (23.10.1940 - 07.08.1943)
Oberst Mönch (08.08.1942 - 10.08.1943)
Generalmajor Picker (10.08.1943 - 29.09.1943)
Generalleutnant Wittmann (29.09.1943 - 03.07.1944
Oberst Paps i.V. (26.08.1943 - Juli 1944)
Oberst Kreppel i.V. (04.07.1944 - 08.07.1944)
Generalleutnant Klatt (08.07.1944 - 08.05.1945)

Kriegseinsätze:

1939

Polenfeldzug, Vormarsch aus dem Raum Rosenberg über die Tatra, Gefechte bei Dolna und Walka, Unterstellung unter XVIII. AK, Verfolgung über Tarnow zum San bei Sanok, Oktober Verlegung nach Westen in die Eifel, dort zur Verfügung der 6. Armee, später der 16. Armee, Sicherung im Raum Traben-Trarbach

1940

April Norwegenfeldzug, Seetransport in den Raum Oslo, Vorstoß in den Raum Trondheim und Narvik in Kampfgruppen, Juni Kämpfe im Raum Narvik, Juli 1940 bis Juli 1941 Besatzungstruppe in Norwegen

1941

Juni Vormarsch über die norwegisch-finnische Grenze, Angriffskämpfe an der Liza, anschließend Stellungskrieg, Oktober Marsch vom Eismeer in den Raum Vaasa

1942

Januar Verlegung in die Heimat auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr, zur Verfügung des Befehlshabers des Ersatzheeres im Wehrkreis XVIII, April Verlegung nach Norwegen, Besatzungstruppe im Raum Lillehammer, Ausbildung, Seetransport nach Reval, Kämpfe im Raum Gaitolowo, November/Dezember Abwehrkämpfe im Raum Welikije Luki im Verband des II. Luftwaffenfeldkorps

1943

Januar Verlegung in den Raum Mogilew, April Stellungskämpfe bei Woroschilograd im Verband des IV. AK, September Rückzugskämpfe über Wolnowacha in den Raum Saporoshje, hier Abwehrkämpfe, dann Absetzen an den Dnjepr bei Nikopol

1944

Absetzen an den Ingulez, Rückzugs- und Durchbruchskämpfe zum Bug im Verband des XXIX. und XXX. AK, Juli bis September Einsatz in den Ostkarpaten im Verband des XVII. und IX. ungarischen AK (8. Armee), November Abwehrkämpfe westlich der Theiss, Absetzen hinter den Gran

1945

Stellungskämpfe in der Hohen Tatra und zwischen Jablunkau und Freistadt im Verband des XXXXIX. Gebirgs-Armeekorps., Kapitulation im Raum Olmütz

 

Gebirgsjägerregiment 138
 

nach der Besetzung Österreichs durch die deutsche Wehrmacht im Frühjahr 1938 wurde das österreichische Heer aufgelöst und mit großen Teilen in das deutsche eingereiht, so bildeten Einheiten der 5. und 7. ehemaligen Heeresdivision Österreichs die neue deutsche 3. Gebirgsdivision, deren Kommandeur Generalmajor Dietl wurde, zur Division trat das neu aufgestellte Gebirgsjägerregiment (Geb.Jäg.R.) 138 unter Führung von Oberstleutnant Weiß, letzter Kommandeur der österreichischen Infanterie-Schießschule in Wien

das Geb.Jäg.R. 138 bezog folgende Unterkunftsorte: Stab, I. Btl. (Bataillon) und 16. Panzerabwehr-Kompanie in Leoben; zwei Kompanien blieben vorerst in Bruck an der Mur stationiert, das II. Btl. lag in Graz, das III. in Admont, das Ergänzungsbataillon und die 17. Ergänzungs-Infanteriegeschützkompanie waren in Pinkafeld und die 18. Pz.Abwehr-Ergänzungskompanie in Radkersburg stationiert

das Regiment wurde nach knapp 15monatiger Ausbildung im Spätherbst 1939 nach Südpolen verlegt, Teile in die Slowakei, mit Beginn des Polenfeldzugs am 1. September ging das Regiment bei Rosenberg über die deutsch-polnische Grenze, der Vormarsch führte über die Tatra, wobei es zu ersten schmerzlichen Verlusten kam, dann ging es weiter über Tarnow zum San, nach dem Feldzug verlegten die 138er mit der gesamten Division in die Eifel, später nach Traben-Trarbach

überraschend kam dann im März 1940 der Befehl zum Transport in den Großraum Berlin, Anfang April ging es an die Nordsee, von hier aus mit Schiffen nach Drontheim zur Besetzung Norwegens, das Regiment unterstand zu dieser Zeit der 2. Gebirgsdivision, die von Drontheim aus nach Norden stieß, um Dietls bedrängte Verteidiger von Narvik zu unterstützen

danach erfolgte die Verlegung der nun wieder gemeinsam kämpfenden 3. Gebirgsdivision an die finnisch-russische Grenze, das Geb.Jäg.R. 138 trat in der Polarnacht zum 29. Juni 1941 zum Angriff auf Murmansk an, doch am kleinen Fluss Liza blieb jeder Angriff liegen, die 3. Gebirgsdivision wurde im Oktober 1941 aus der Front gezogen, in einem langwierigen Transport nach Grafenwöhr gebracht und unterstand dann bis April 1942 dem Befehlshaber im Wehrkreis Salzburg, anschließend erfolgte erneut eine Verlegung nach Norwegen (Raum Lillehammer), von dort im Schiffstransport nach Reval und schließlich an die Front vor Leningrad, die Division wurde von den Transportzügen aus in die 1. Ladogaschlacht geworfen und war an der Einschließung und Vernichtung des Vl. sowjetischen Gardekorps beteiligt

im Frühjahr 1943 lag das Regiment 138 bei Welikije Luki, und wenige Wochen später kam es in den Südabschnitt, die Jäger kämpften jetzt um Woroschilowgrad, in der Redkino-Schlucht und bei Porkowo, danach ging es zurück über Saporoshje in den Brückenkopf von Nikopol, der Rückzug 1944 führte das Regiment über Rascaeti in die Karpaten, durch das Bisarztal und über den Aurelpaß zur Theiß, im letzten Kriegsjahr stand es im Abwehrkampf in der Hohen Tatra, bei Jablunkau und Freistadt, später zogen sich die Reste der 138er über Olsa, Neutitschin bis in das Gebiet südlich von Olmütz zurück, dort war der Krieg für das Regiment beendet, am 8. Mai 1945 legten die ostmärkischen Jäger ihre Waffen nieder